Importkosten für Rohöl stark gestiegen - aber Allzeithoch aus 2022 noch entfernt
Die Importkosten für Rohöl nach Deutschland sind in diesem Jahr vor dem Hintergrund des Iran-Krieges stark gestiegen. Bis Ende August wurden 49,1 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von 30,0 Milliarden Euro nach Deutschland importiert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag erklärte. Im Vorjahreszeitraum kostete der Import von 49,4 Millionen Tonnen nur 24,6 Milliarden Euro.
Mengenmäßig gingen die Einfuhren damit um 0,6 Prozent zurück, während sie wertmäßig um 21,7 Prozent stiegen. Im August betrug der Durchschnittswert einer Tonne Rohöl 607 Euro. Im Februar hatte der Durchschnittswert bei 460 Euro gelegen, mit den US-israelischen Angriffen auf den Iran stieg er im März auf 616 Euro.
Im April, nach der Schließung der Straße von Hormus, erreichte er 757 Euro, den Höchstwert des Jahres dann im Mai mit 768 Euro. Anschließend sanken die Durchschnittswerte wieder. Das Allzeithoch beträgt 798 Euro pro Tonne Rohöl und war im Juni 2022 erreicht worden.
Im Durchschnitt der Monate Januar bis August 2026 wurden 610 Euro je Tonne fällig. "Damit lagen die Preise für eine Tonne Rohöl noch weit unter den durchschnittlichen Preisen des Jahres 2022", erklärten die Statistiker. "Damals kostete eine Tonne Rohöl im Jahresdurchschnitt 686 Euro." Auch 2012 und 2013 während der damaligen Spannungen um das iranische Atomprogramm lagen die Durchschnittswerte höher als im bisherigen Jahresverlauf.
Für Deutschland sind die USA, Norwegen und Kasachstan die wichtigsten Öllieferanten. Diese drei Länder machten in den ersten acht Monaten des Jahres über die Hälfte der deutschen Rohölbezüge aus. Bis zum russischen Angriff auf die Ukraine war Russland bei weitem der wichtigste Öllieferant.
S.Vandenberghe--JdB