Journal De Bruxelles - Niedrige Gasspeicherstände: Wirtschaftsministerium beobachtet die Lage "genau"

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Niedrige Gasspeicherstände: Wirtschaftsministerium beobachtet die Lage "genau"
Niedrige Gasspeicherstände: Wirtschaftsministerium beobachtet die Lage "genau" / Foto: - - AFP/Archiv

Niedrige Gasspeicherstände: Wirtschaftsministerium beobachtet die Lage "genau"

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht derzeit trotz der niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher keinen Anlass, aktiv zu werden. "Wir beobachten die Lage sehr genau", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch. Die Gas-Importeure seien aufgefordert, mehr Gas einzuspeichern. "Wir setzen darauf, dass weiter gefüllt wird, das ist ihre Aufgabe, für die Wintervorsorge."

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Seit Monaten wird wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Krieges kaum Gas eingespeichert. Die Sperrung der Straße von Hormus hat das weltweite das Angebot an Flüssigerdgas reduziert. Die deutschen Speicher sind deshalb nur zu gut 50 Prozent gefüllt, die vollständige Befüllung bis zum Beginn der Heizsaison ist daher bereits kaum noch machbar.

Auch die Ministeriumssprecherin bezeichnete die Füllstände als "derzeit noch sehr gering". Allerdings sei die Lage mittlerweile eine andere als während der Gaskrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Inzwischen verfüge Deutschland über eigene Importkapazitäten für Flüssigerdgas (LNG) und könne sich laufend versorgen.

Im Winter würden sich Deutschland und Europa aber wohl "einem harten Wettbewerb mit asiatischen Käufern um die verfügbaren Ladungen stellen müssen", warnte die Gasmarkt-Expertin Natasha Fielding der Preisberichtsagentur Argus Media. Derzeit näherten sich die Gaspreise "einem Niveau, das zuletzt im Januar 2023 zu beobachten war", erklärte sie. Denn die Händler gingen zunehmend davon aus, "dass die Straße von Hormus bis in den Winter hinein gesperrt bleiben könnte".

Die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministerium verwies darauf, dass ihr Haus kein Gas einkaufe. "Wir machen ja keine Verträge, das machen ja die Unternehmen." Ministerin Katherina Reiche (CDU) führe aber politische Gespräche, um Gaslieferverträge mit weiteren potenziellen Lieferanten den Weg zu bereiten.

Der Großteil des deutschen Gasbedarfs wird per Pipeline aus Norwegen gedeckt. Die deutschen LNG-Terminals werden zum Großteil aus den USA beliefert. Dort kaufen wegen der fehlenden Lieferungen insbesondere aus Katar derzeit aber auch viele asiatische Länder.

E.Carlier--JdB