Journal De Bruxelles - Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Zandvoort

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Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Zandvoort
Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Zandvoort / Foto: SIMON WOHLFAHRT - SID

Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Zandvoort

Lando Norris setzt nach der Sommerpause seine Aufholjagd im Titelkampf fort - und nähert sich Schritt für Schritt Mercedes und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli in der Gesamtwertung. Die Favoritenrolle will aber keiner der Kontrahenten übernehmen. Max Verstappen will derweil sein verkorkstes letztes Heimspiel in Zandvoort schnell hinter sich lassen. Erkenntnisse aus den Niederlanden.

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LANDO NORRIS: Der Weltmeister jubelte auch in Zandvoort - übte sich aber dennoch in Zurückhaltung. "Im Moment habe ich nicht das Auto, das ich brauche, um um die Meisterschaft zu kämpfen", sagte der Brite. "Insgesamt" sei der Mercedes besser, erklärte Norris, sein McLaren vor allem bei langsamer Geschwindigkeit überhaupt nicht auf Augenhöhe. Sollte sich sein Auto auch in dieser Hinsicht noch verbessern, sei er aber "zuversichtlich, dass ich jedes Rennen in dieser Saison gewinnen kann". Bei Highspeed sieht Norris seinen Boliden dagegen schon sehr gut aufgestellt. Wie passend, dass die nächste Station Monza heißt.

KIMI ANTONELLI: Der Spitzenreiter sah das alles ein wenig anders. "Es ist ganz klar, wir sind definitiv nicht mehr das schnellste Auto in der Startaufstellung", sagte Antonelli, der am Dienstag seinen 20. Geburtstag feiert: "McLaren hat vor allem seit Ungarn einen riesigen Schritt nach vorne gemacht." Noch ist der Vorsprung komfortabel, mit Platz zwei baute er diesen in der Gesamtwertung sogar aus. Bei seinem Heimspiel wird nun aber eine extra Portion Druck auf den Schultern liegen, zudem wird es für Antonelli in der Startaufstellung aufgrund eines Motorwechsels nach hinten gehen.

MAX VERSTAPPEN: Mit der Vertragsverlängerung bis 2030 bei Red Bull hatten die Tage in Zandvoort für den viermaligen Weltmeister mit einer positiven Note begonnen - mit dem heftigen Crash in Runde eins endete die Abschiedsparty in einem Desaster. "Es ist natürlich schade", sagte Verstappen, der aber nicht nur aufgrund seines Unfalls "enttäuscht" war: "Das ganze Wochenende waren wir zu langsam." Und so wollte der kränkelnde Lokalmatador den Grand Prix in den Dünen so schnell wie möglich hinter sich lassen - und in Ruhe Energie für den nächsten Versuch im lahmenden Roten Bullen sammeln.

FERRARI: Lewis Hamilton war frustriert. "Ich bin hier, um zu gewinnen", sagte der Rekordweltmeister, der zuvor immer wieder über den Funk seinen Unmut geäußert hatte. Auf unterschiedlichen Strategien unterwegs, wurde er auf der Strecke lange von Teamkollege Charles Leclerc aufgehalten. "Es ist schwierig, wenn man nach vorne schaut und die beiden Mercedes-Fahrer sieht – sie bekommen die Anweisung, und schon ist es erledigt, sie setzen sie sofort um. Sie lassen Kimi vorbei und lassen ihn das Rennen weiterfahren", sagte Hamilton mit Blick auf die Teamorder bei den Silberpfeilen: "Hier ist es nicht dasselbe."

NICO HÜLKENBERG: "Heikel und brenzlig" war die erste Runde, die noch nasse Kurve 14 "auf Slicks ein Thriller", sagte der Emmericher bei Sky. Denn wie Verstappen hatte auch Hülkenbergs Teamkollege Gabriel Bortoleto die Kontrolle über den Boliden verloren und sich gedreht - der Deutsche quetschte sich gerade so vorbei. "Ein Blatt Papier hat dazwischen gepasst. Glück gehabt", sagte Hülkenberg, der danach ein starkes Rennen ablieferte und mit Platz acht sein bestes Saisonergebnis erreichte. "Es ist ein wirklich gutes Gefühl, heute Punkte mitzunehmen", sagte der Audi-Pilot: "Sie sind wichtig für uns in der Meisterschaft und geben allen im Team neuen Schwung, während sie gleichzeitig bestätigen, dass uns die Arbeit, die wir leisten, in die richtige Richtung führt."

D.Verheyen--JdB