Steinmeier kritisiert schleppenden Fortschritt in Kampf gegen Wohnungslosigkeit
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich unzufrieden mit dem Stand im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit gezeigt. Bei einer Veranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe erinnerte Steinmeier am Freitag in Berlin daran, dass die Bundesregierung in einem vor mehr als zwei Jahren verabschiedeten Aktionsplan das Ziel gesetzt habe, die Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Dieses Ziel sei "inzwischen nach einigen Jahren, die es diesen Aktionsplan gibt, sehr ambitioniert", sagte Steinmeier.
Der Bundespräsident rief trotz des langsamen Fortschritts zu neuen Anstrengungen im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit auf. "Mit Resignation und Mutlosigkeit hat man noch nie ein Ziel erreicht", sagte er. "Und deshalb ist es unerlässlich, mit aller Entschlossenheit die notwendigen Schritte zu gehen, um dieses Ziel zu erreichen."
Wohnungslosigkeit sei kein "Schicksal, das Gesellschaft einfach dulden oder hinnehmen müsste", sagte Steinmeier. "Wohnungslosigkeit ist aus meiner Sicht eher ein Handlungsauftrag. Sie kann und muss verhindert und sie muss bekämpft werden."
Steinmeier äußerte sich bei einer Veranstaltung in Berlin-Kreuzberg, bei der die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe Projekte zur Hilfe für wohnungslose Menschen mit Preisen auszeichnete. Der 11. September ist der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschen.
Steinmeier hatte sich bereits in früheren Jahren intensiv mit dem Thema Wohnungslosigkeit befasst. Seine juristische Doktorarbeit trägt den Titel "Bürger ohne Obdach - Zwischen Pflicht zur Unterkunft und Recht auf Wohnraum".
E.Carlier--JdB