Brand in Kehlsteinhaus an Obersalzberg seit Samstagabend abgelöscht
Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist das Feuer seit Samstagabend gelöscht. Eventuell seien allerdings weitere kleinere Nachlöscheinsätze nötig, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums im bayerischen Rosenheim am Sonntag. An dem in rund 1800 Metern Höhe gelegenen Brandort war weiterhin mit Sturmböen zu rechnen, die Glutnester anfachen könnten. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen.
Einsatzkräfte nahmen einen 33-jährigen Verdächtigen fest, der aufgrund mutmaßlicher psychischer Erkrankung vorläufig in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wurde. Es würden mögliche politische Motive geprüft, hieß es am Samstag von der Staatsanwaltschaft. Der Mann war laut Ermittlern am Freitagabend unmittelbar nach Brandausbruch von eingesetzten Kräften auf einem Motorrad gestoppt und festgenommen worden.
Das 1937/38 erbaute Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg und sollte NS-Diktator Adolf Hitler als Repräsentationsgebäude dienen. Seit 1952 wird es als Gaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an die Geschichte des Hauses. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte bereits den Wiederaufbau an. Das Haus sei wichtig für die "Erinnerungsarbeit".
T.Bastin--JdB