Schweres Erdbeben in Indonesien - Tausende Menschen fliehen wegen Tsunami-Warnung
Ein schweres Erdbeben hat die zu Indonesien gehörende Flores-Insel erschüttert und tausende Menschen in Panik aus ihren Häusern rennen lassen. Ein Mensch wurde nach Angaben des Katastrophenschutzes getötet. Die Behörden lösten nach dem Erdstoß der Stärke 7,7 am Samstag Tsunami-Alarm aus und ordneten die Evakuierung von Küstengebieten an. Etwas später wurde der Alarm aber wieder aufgehoben.
Das Epizentrum des Bebens lag Behördenangaben zufolge rund 70 Kilometer vor der Nordküste der im Osten Indonesiens liegenden Insel. Auf den ersten Erdstoß folgten mehrere starke Nachbeben, darunter eines mit der Stärke 6,1.
"Plötzlich begann es zu beben, und ich geriet in Panik", sagte Lukas Lotar, der in einem Krankenhaus in der Stadt Maumere arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. "Auch Patienten flohen aus dem Krankenhaus", berichtete der 31-Jährige. "Der Stoß war heftig. Ich sah Risse in einigen Wänden."
Die indonesische Wetter- und Erdbebenbehörde warnte unmittelbar nach dem ersten Beben vor möglichen Tsunami-Wellen mit bis zu drei Metern Höhe. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bewohner der Küstengebiete "dringend auf, sich unverzüglich selbst in Sicherheit zu bringen".
Die Menschen sollten sich "von der Küste entfernen, indem sie entweder mehr als zwei Kilometer ins Landesinnere ausweichen oder höher gelegene, hügelige Gebiete aufsuchen, die mehr als zehn Meter über dem Meeresspiegel liegen", sagte Behördenvertreter Abdul Muhari im Fernsehen. Später wurde der Tsunami-Alarm wieder aufgehoben.
Indonesien wird wegen seiner Lage auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring häufig von Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2004 war die Provinz Aceh bei einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe schwer zerstört worden, damals starben allein in Indonesien 170.000 Menschen.
U.Dumont--JdB