"Bild": Ermittlungen gegen zwei weitere Verdächtige nach Angriff in Stade
Im Fall der Bluttat mit sechs Toten im niedersächsischen Stade ermitteln die Behörden einem Medienbericht zufolge gegen zwei weitere Verdächtige. Wie die "Bild" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um die Mutter des drei Monate alten Babys des mutmaßlichen Schützen und um die Patentante des Kindes. Der 45-jährige Vater des Babys war nach dem Verbrechen festgenommen worden, am Dienstag wurde gegen ihn Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes erlassen.
"Das Ermittlungsverfahren wird gegen alle drei Tatverdächtigen wegen des Tatvorwurfs des Mordes geführt", zitierte nun die "Bild" die Staatsanwaltschaft Stade. "Ob und welcher Tatvorwurf angeklagt wird, kann erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden werden." Die mutmaßliche Tatbeteiligung der beiden Frauen sowie die konkreten Abläufe und Hintergründe seien Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Tat hatte sich am Montag in einer Jugendhilfeeinrichtung ereignet. Der 45-Jährige soll dort während eines Hilfeplangesprächs jeweils drei Mitarbeitende der Einrichtung sowie des Jugendamts der Region Hannover erschossen haben. Der Verdächtige flüchtete in einem Auto, wurde aber von der Polizei gestoppt und festgenommen. Am Mittwoch kam er in Untersuchungshaft. Wie die "Bild" nun berichtete, soll die 64-jährige Patentante den Fluchtwagen gefahren haben.
Hintergrund der Bluttat war nach ersten Erkenntnissen offenbar ein Sorgerechtsstreit. In der Jugendhilfeeinrichtung waren die drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Schützen sowie die 34-jährige Kindsmutter untergebracht.
Einem "Spiegel"-Bericht zufolge soll der Verdächtige sein Kind geschüttelt und dadurch gefährdet haben. Ein Arzt stellte demnach entsprechende Verletzungen bei dem Baby fest. Der 45-Jährige aus Garbsen in der Region Hannover und die Kindsmutter waren demnach getrennt. Dem Magazin zufolge gab es einen Streit um das Sorgerecht, in dem ein Gericht im April und Mai zwei Mal entschied.
O.Leclercq--JdB