Blindenschrift: Braille für Aufnahme als immaterielles Kulturerbe nominiert
Die Blindenschrift Braille soll nach dem Willen Deutschlands und Frankreichs immaterielles Kulturerbe werden. Wie die Deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mitteilte, nominieren beide Länder "Braille: Lesen und Schreiben durch Tasten" gemeinsam bei der Kulturorganisation der Vereinten Nationen für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Der zuständige Ausschuss wird Ende 2027 darüber entscheiden.
Die Brailleschrift, auch Punktschrift genannt, ist ein 1825 vom selbst erblindeten Louis Braille entwickeltes Sechs-Punkte-System, das blinden und stark sehbehinderten Menschen das Lesen und Schreiben durch Tasten ermöglicht. "Braille ist ein Symbol für gelebte Inklusion", erklärte Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission. Die gemeinsame Nominierung Frankreichs und Deutschlands würdige diesen "hohen internationalen Wert".
Zum immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Mehr als 800 Bräuche, darstellende Künste, Handwerkstechniken und Formen des Naturwissens aus aller Welt werden derzeit auf diesen Listen geführt, darunter zehn Einträge aus Deutschland wie beispielsweise Falknerei und Orgelbau.
S.Lambert--JdB