EU begrenzt chinesische Hybridauto-Importe auf 350.000 pro Jahr
Die EU begrenzt die Importe chinesischer Hybridautos auf 350.000 Fahrzeuge im Jahr. "Das wird die aktuellen Importe in die EU um mehr als die Hälfte senken", sagte ein EU-Beamter am Montag in Brüssel. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte sich in der vergangenen Woche in Peking mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao auf eine Begrenzung geeinigt.
Die EU befürchtet, dass chinesische Autos europäische Hersteller vom Markt verdrängen könnten, weil sie billiger sind. 2024 hat die EU deshalb bereits Sonderzölle auf Elektroautos aus China verhängt. Seitdem verkauft China aber deutlich mehr Plugin-Hybride nach Europa. Die EU-Kommission schätzt nach Angaben von Beamten, dass ihre Zahl in diesem Jahr auf rund 800.000 steigen könnte.
Künftig sollen die europäischen Zollbehörden keine Hybridautos aus Chinas mehr genehmigen, sobald die jährliche Obergrenze erreicht ist. Sie soll im ersten Jahr bei 350.000 Autos liegen und danach jedes Jahr um sechs Prozent steigen, nach vier Jahren läuft die Begrenzung demnach aus. Damit hält sich die EU nach Angaben des Beamten an die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO).
"China hat dem zugestimmt", betonte ein weiterer Beamter in Brüssel. Sefcovic und Wang hatten nach ihrem Treffen am Freitag bereits eine Einigung verkündet, aber keine Details genannt. Sefcovic sprach in Peking von einem "wichtigen ersten Schritt", um das Gleichgewicht im Handel zwischen beiden Seiten wiederherzustellen.
Sefcovic zufolge willigte China außerdem ein, die Zölle für einige Produkte aus der EU zu senken. China erklärte sich zudem bereit, "die Genehmigung von Ausfuhrlizenzen für Seltene Erden und Dauermagnete für die EU zu erleichtern", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zu Zugeständnissen an Peking im Rahmen der Vereinbarung äußerte sich Brüssel zunächst nicht.
Die EU importiert deutlich mehr Waren aus China als umgekehrt. Europäische Firmen sind außerdem auf Rohstoffe, Halbleiter und Materialien für erneuerbare Energien aus China angewiesen. Ende der Woche wollen auch die Staats- und Regierungschefs der EU über die angespannten Handelsbeziehungen beraten.
M.F.Schmitz--JdB