Becker adelt Zverev: "Nummer eins wird man nicht zufällig"
Deutschlands Tennisikone Boris Becker hat Alexander Zverev zum sicheren Sprung an die Spitze der Weltrangliste gratuliert. "Er wird zurecht und hochverdient die neue Nummer eins der Welt", sagte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger in seinem Podcast mit der früheren Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic: "Nummer eins wird man nicht zufällig."
Durch die Niederlage von Carlos Alcaraz am Montag beim ATP-Masters in Shanghai ist besiegelt, dass Zverev den seit Juli verletzt pausierenden Italiener Jannik Sinner von der Spitze des Rankings verdrängen und auch das Jahr als Nummer eins beenden wird. Abhängig von den Ergebnissen des Hamburgers in den kommenden Wochen wird dies spätestens am Saisonende und frühestens nach dem ATP-Turnier in Wien am 2. November passieren. Zverev ist in Shanghai noch dabei, am Dienstag spielt er im Achtelfinale gegen den Kasachen Alexander Bublik.
"Er hat es sich im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet. Er hat über den Kampf zum Spiel gefunden. Anfang des Jahres konnte man schon erkennen: Es spielt ein anderer Sascha Zverev", lobte Becker, der 1991 als bislang einziger Deutscher zwölf Wochen lang das ATP-Ranking angeführt hatte.
Zverev profitierte in diesem Jahr einerseits von seiner Konstanz, gerade bei den großen Turnieren. Zugleich fielen in Alcaraz und Sinner die dominierenden Spieler der Jahre 2023 bis 2025 jeweils monatelang aus. Zverev feierte bei den French Open in Juni seinen ersten Grand-Slam-Titel, erreichte wenige Wochen später erstmals das Finale von Wimbledon (Niederlage gegen Sinner) und gewann im September die US Open.
Dass Zverev vor allem davon profitiert habe, lässt Becker nicht gelten. "Das ist totaler Schwachsinn", sagte der 58-Jährige: "Dafür kann er nix, das ist ja nicht sein Fehler. Er kann nur immer die Gegner schlagen, gegen die er auf dem Platz antreten darf. Das hat er besser gemacht als jeder andere."
R.Verbruggen--JdB