Journal De Bruxelles - Qualifikant Struff belohnt sich für "viel Arbeit"

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Qualifikant Struff belohnt sich für "viel Arbeit"
Qualifikant Struff belohnt sich für "viel Arbeit" / Foto: Maddie Meyer - SID

Qualifikant Struff belohnt sich für "viel Arbeit"

Überraschen kann sich Jan-Lennard Struff in diesen Tagen nur selbst, und zwar mit dem Tennisschläger in der Hand. Abseits des Courts, auf dem es für den 35-Jährigen bei den US Open so gut läuft wie lange nicht mehr, setzt er dagegen auf bekannte Abläufe. Frei nach dem Motto: Never change a running system.

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"Hier habe ich vor jedem Match das Gleiche gegessen: Reis mit ein bisschen Lachs, etwas Öl", offenbarte Struff nach seinem völlig überraschenden Einzug ins Achtelfinale, in dem es für den Qualifikanten aus Warstein gegen niemand geringeren als Grand-Slam-Rekordgewinner Novak Djokovic geht.

Auch das Geräusch des Fahrstuhls in seinem Hotel hat Struff mit jedem Sieg in Flushing Meadows - einschließlich der Qualifikation sind es nach dem 6:4, 6:3, 7:6 (9:7) gegen Fanliebling Frances Tiafoe schon sechs - immer weniger gestört: "Ich habe eigentlich gesagt: Wenn ich mich qualifiziere, wechsele ich das Zimmer - jetzt bin ich da geblieben."

Dabei könnte er sich ein Upgrade durchaus leisten: 400.000 Euro Preisgeld hat Struff nach seinem ersten US-Open-Achtelfinaleinzug sicher, in der Weltrangliste wird er sich von Rang 144 auch im Falle einer Niederlage gegen Djokovic voraussichtlich wieder unter die besten 100 schieben. Damit nimmt das Tennisjahr für die einstige Nummer 21 endlich den gewünschten Verlauf. "Da steckt viel Arbeit drin, für die ich mich jetzt belohne", sagte Struff bei Sporteurope.tv.

Nach seinen Erfolgen gegen die Top-20-Spieler Holger Rune und Tiafoe kann Struff gegen Djokovic nun völlig unbekümmert aufspielen. In den sieben bisherigen Duellen ging er gegen den Serben schließlich stets als Verlierer vom Platz, erst einen Satz konnte er der Ikone abnehmen.

Doch auch Djokovic ist nicht mehr der Dominator früherer Jahre, bei seinem Drittrundensieg gegen den Briten Cameron Norrie etwa machte der Rücken dem 38-Jährigen zu schaffen. Der Respekt und die Bewunderung sind beim drei Jahre jüngeren Struff dennoch groß: "Es ist einfach unglaublich, einfach fantastisch, wie gut er spielt. Er zeigt uns allen, dass man auch in seinem Alter sehr gutes Tennis spielen kann."

S.Lambert--JdB