Journal De Bruxelles - Jeder Fünfte kann nicht sicher lesen und rechen: KMK will Hilfsstrukturen ausbauen

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Jeder Fünfte kann nicht sicher lesen und rechen: KMK will Hilfsstrukturen ausbauen
Jeder Fünfte kann nicht sicher lesen und rechen: KMK will Hilfsstrukturen ausbauen / Foto: Hannes P. Albert - AFP/Archiv

Jeder Fünfte kann nicht sicher lesen und rechen: KMK will Hilfsstrukturen ausbauen

Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland kann nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) nicht sicher lesen und rechnen. Die Ressortchefs von Bund und Bundesländern wollen deshalb ihre in den vergangenen Jahren aufgebauten Bildungsangebote für Betroffene ausbauen - darauf verständigte sich die KMK nach eigenen Angaben am Freitag in Berlin.

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Laut KMK wurden seit 2016 während der sogenannten Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung unter anderem Grundbildungszentren sowie Netzwerke mit niedrigschwelligen Lernangeboten geschaffen. Die Dekade endet zum Jahresende. Durch die nun erfolgte Einigung auf ein Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung soll die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern bis 2035 "nahtlos" fortgesetzt werden.

Die Angaben der KMK beziehen sich auf den Anteil der Menschen zwischen 16 und 65 Jahren, die nur über "geringe Lese- und alltagsmathematische Kompetenzen" sowie "niedrige adaptive Problemlösefähigkeiten" verfügen. Darunter wird die Kompetenz verstanden, auf neu auftretende komplexere Situationen zu reagieren. Dies kann eine erhebliche Hürde im Alltag sein.

"Lesen und Schreiben zu lernen verändert das Leben: Es stärkt die Selbstständigkeit und eröffnet neue Chancen im Beruf, im Alltag und in der Gesellschaft", erklärte dazu Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) betonte, Bund und Länder hätten seit 2016 wichtige Grundlagen gelegt. Sie gingen den Weg nun "konsequent weiter" und "wollten noch mehr Menschen erreichen".

Den Angaben zufolge setzen die regionalen Qualifizierungsnetzwerke auf niedrigschwellige Angebote etwa in Volkshochschulen, in Familienzentren oder am Arbeitsplatz. Künftig sollen unter anderem Zielgruppen noch gezielter angesprochen werden.

Angaben zum finanziellen Umfang wurden nicht gemacht. Die Bundesländer entwickelten die Strukturen "im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel" weiter und prüften unter anderem die Übertragung erfolgreicher Modelle auf weitere Regionen, hieß es. Der Bund übernehme Verantwortung für Forschung und Entwicklung sowie die Erprobung innovativer Ansätze.

X.Maes--JdB