Journal De Bruxelles - Iran-Krieg: Angst vor neuerlicher Eskalation wächst

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Iran-Krieg: Angst vor neuerlicher Eskalation wächst
Iran-Krieg: Angst vor neuerlicher Eskalation wächst / Foto: - - AFP

Iran-Krieg: Angst vor neuerlicher Eskalation wächst

Im Iran-Krieg wächst die Angst vor einer neuerlichen Eskalation. Nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit neuen Angriffen stellte Teheran am Mittwoch eine scharfe Reaktion mit weitreichenden Folgen in den Raum. Die israelischen Streitkräfte wurden in "höchste Alarmbereitschaft" versetzt. Die Erdölpreise fielen allerdings, da Trump auch davon gesprochen hatte, dass eine Einigung mit Teheran kurz bevorstehen könnte.

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"Sollte sich die Aggression gegen den Iran wiederholen, wird sich der angekündigte regionale Krieg dieses Mal weit über die Region hinaus ausbreiten", erklärten die iranischen Revolutionsgarden auf ihrer Website Sepah News. "Unsere vernichtenden Angriffe werden euch zerstören", warnten sie an die USA und Israel gerichtet. Die USA und die EU stufen die Garden als Terrororganisation ein.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf den USA vor, den Krieg gegen sein Land fortsetzen zu wollen. "Die offenen wie auch die verdeckten Bewegungen des Feindes zeigen, dass er trotz wirtschaftlichen und politischen Drucks seine militärischen Ziele nicht aufgegeben hat und versucht, einen neuen Krieg zu beginnen", sagte Ghalibaf in einer Audiobotschaft, die von iranischen Medien verbreitet wurde. Die USA hofften "noch immer auf die Kapitulation der iranischen Nation".

Für den Fall eines erneuten Angriffs der USA und Israels drohte Chefunterhändler Ghalibaf mit einer "energischen Antwort". Der Iran werde sich "unter keinen Umständen Einschüchterungen beugen".

Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte im Onlinedienst X, dass eine "Rückkehr zum Krieg viele weitere Überraschungen bereithalten wird". Zuvor hatte bereits die iranische Armee den USA mit der Eröffnung "neuer Fronten" gedroht, falls Washington die Angriffe auf das Land wieder aufnehmen sollte.

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist die IDF in höchster Alarmbereitschaft und auf jede Entwicklung vorbereitet", sagte der Chef der israelischen Armee, Ejal Samir, bei einem Treffen von Kommandeuren.

Trump hatte am Dienstag in Washington gesagt: "Ich hoffe, dass wir keinen Krieg machen müssen, aber womöglich müssen wir ihnen einen weiteren großen Schlag versetzen." Er setzte eine Frist von mehreren Tagen für die Wiederaufnahme der Angriffe, falls keine Einigung mit dem Iran zur Beendigung des Krieges erzielt werde.

Vor Journalisten im Weißen Haus in Washington sagte der US-Präsident, er habe "eine Stunde" vor einem neuerlichen Angriff gestanden, bevor er diesen verschoben habe. Die US-Armee hatte nach den Worten von Trump einen ursprünglich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran "wegen sehr positiver Entwicklungen" in den Verhandlungen verschoben. Verbündete im Nahen Osten hätten ihm gesagt, sie seien "sehr nah dran, eine Einigung zu erzielen", hatte Trump am Montag im Weißen Haus gesagt.

Noch am Sonntag hatte Trump dem Iran erneut mit Vernichtung gedroht, sollte Teheran dem US-Vorschlag für ein Ende des Krieges nicht zustimmen. Zur zentralen Bedingung machte er, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe.

Der saudiarabische Außenminister Faisal bin Farhan forderte Teheran auf, die diplomatischen Bemühungen im Iran-Konflikt "unverzüglich" zu nutzen. So könnten die "gefährlichen Folgen einer Eskalation" vermieden werden, schrieb der Minister im Onlinedienst X.

Zugleich lobte der saudiarabische Außenminister Trump dafür, dass er "der Diplomatie eine Chance" gebe. Riad unterstütze überdies die laufenden Bemühungen des Vermittlers Pakistan um eine friedliche Beilegung des Konflikts.

Am Mittwoch reiste der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi zum zweiten Mal in dieser Woche nach Teheran. Der Minister treffe dort "Vertreter der Islamischen Republik", meldete die iranische Nachrichtenagentur Irna.

Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Als Reaktion griff Teheran Ziele in Israel und in Nachbarstaaten in der Region an und blockierte weitgehend die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus vor seiner Küste.

Die iranische Revolutionsgarde erklärte am Mittwoch, sie habe in den vergangenen 24 Stunden 26 Schiffe die Straße von Hormus passieren lassen, darunter Öltanker, Containerschiffe und andere kommerzielle Schiffe. Vergangene Woche hatte der Iran nach eigenen Angaben die Passage von mehr als 30 Schiffen erlaubt. Der Erdölpreis fiel am Mittwoch weltweit um fünf Prozent, da Trump davon gesprochen hatte, kurz vor einer Einigung zu stehen.

Seit 8. April gilt im Konflikt des Iran mit den USA und Israel eine brüchige Waffenruhe. Verhandlungen über ein endgültiges Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen brachten bisher keinen Durchbruch.

Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate forderte den Irak auf, ab "sofort" und "bedingungslos" Angriffe von seinem Boden aus zu unterbinden. Die Emirate gehen davon aus, dass der Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk, bei dem am Wochenende außerhalb des Sicherheitsbereichs ein Brand ausgelöst worden war, von pro-iranischen Gruppen im Irak gestartet wurde.

Jordanien schoss unterdessen eine Drohne "unbekannter Herkunft" ab. Bei dem Vorfall etwa 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Amman sei niemand verletzt worden, teilte die jordanische Armee mit.

D.Verstraete--JdB